Wir für Namibia – Hilf mit!

Hallo ihr Heizhausfreunde. Ein Anliegen der besonderen Art möchten wir an Euch herantragen: Helft Kindern in Namibia ein Mittagessen zu geben! Sebastian Umbach (Mitbegründer unseres Vereins und Sozialarbeiter in Ilsenburg) fliegt Ende November nach Namibia und würde gern Spenden für die Kids Soupkitchen mitnehmen. Die Suppenküche ist unser befreundeter Verein in der Hauptstadt Windhoek und organisert mehrmals wöchentlich ein warmes Mittagessen für bedürftige Kinder aus dem Township. Sebastian würde das Geld in bar mitnehmen und mit Samuel Kapepo zusammen Lebensmittel einkaufen. Kapepo, unser langjähriger Kontakt, kümmert sich sehr um das Fortbestehen der Suppenküche – also eine sehr seriöse Angelegenheit! Jeder Euro hilft!!

Melde dich und du bekommst die Bankverbindung vom Verein, bei Bedarf auch eine Spendenquittung.

veröffentlicht am: 26. Oktober 2017

Sieben Harzer auf sozialpädagogischer Entdeckungstour in Namibia

von Anna – Lena Maier und Mark Niehoff

„Kann mir mal bitte einer erklären, warum wir 50 verschiedene Klopapiersorten brauchen!
Mit Noppen, geriffelt, doppellagig,…, oder einfach zum zerreißen und so viele Menschen noch nicht mal ein Essen haben.
Aber das ist ihr Problem. Ich hab schon genug damit zu tun, zu überlegen, welche der 50 ich dann nehm!“
Ein Auszug aus dem Lied „Die Welt von Mitteleuropa aus“ von „TheWohlstandskinder“

Gar nicht so leicht sich ins System einzufinden. Nein, nicht in das Namibische, sondern wieder in das Deutsche. Den scheinbar unzähligen Konsumgütern ausgesetzt, ein Leben im Überfluss, kommt unsere kleine Gruppe von Sozialarbeitern aus dem Harz, nach 16 Tagen Namibia, langsam wieder in der heimischen Realität an. Nach wie vor fällt es einem nicht leicht die gesammelten Eindrücke und Erlebnisse in Worte zu fassen, doch erst einmal der Reihe nach.
Bis auf zwei Vorbereitungstreffen kannten sich die sieben Projekt-Teilnehmer*innen untereinander kaum. Die einzige Gemeinsamkeit: soziale Arbeit. Von Tätigkeitsbereichen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, über Suchtberatung, Waldorfkindergarten, Mitarbeiter im Jobcenter bis zur Präventionskraft der Polizei, waren uns zwar westeuropäische Problemfelder durchaus bekannt, was uns jedoch in Afrika erwartete, konnten wir nur grob erahnen.
Unter der Leitung von Sebastian „dem weißen Namibier“ Umbach startete unser Flieger Richtung Windhoek, mit Zwischenstopp in Doha, am 04.11.16, vom Flughafen Frankfurt/Main.
Gut angekommen galt es erst einmal Eindrücke zu sammeln und den eigenen Akku für das kleine Abenteuer zu laden. Dabei kam es uns so vor, als ob es die Landeshauptstadt, zu Beginn der Reise, direkt gut mit uns meinte und uns den Übergang von Europa nach Afrika erleichterte. Zumindest kam in der „Maerua-Shopping Mall“ und in unserer Unterkunft für die ersten Tage noch nicht das erwartete „Afrika-Feeling“ auf, aber das änderte sich schnell.
Was wir in den nächsten zwei Tagen erleben durften, ist weder in Bilder, Worte noch in Emotionen zu packen. Unser jahrelanger Freund Samuel Kapepo, Leiter der „Kids Soupkitchen“ (www.kids-soupkitchen.org), stellte uns seine Heimat vor: Katutura, übersetzt der Ort an dem man nicht leben möchte. Wellblechhäuser, zum Teil meist nicht größer als fünf Quadratmeter, Armut, Müllberge, furchtbare Gerüche – das alles bis zum Horizont, soweit das Auge reicht und in all dem Kinder, Frauen und Männer. Wie formulierte es ein Teilnehmer von uns treffend: „Bittere Armut hat überall das gleiche Gesicht, aber hier (Katutura) endet sie nicht erst nach 300 Metern. Du kannst stundenlang laufen und hinter jeder Ecke schaut sie wieder in dein Gesicht“. Gerade Menschen wie Kapepo und die Helfer seiner Suppenküche sind jedoch das beste Beispiel dafür, dass es Hoffnung und Zuversicht gibt. Zwei mal wöchentlich kocht die Gruppe von Freiwilligen für ca. 200 Kinder aus dem Stadtteil und bietet den Jungen und Mädchen einen Zufluchtsort. Auch wir konnten uns während unseres Aufenthalts davon überzeugen und gaben für einen Vormittag unseren Beitrag dazu – kauften ein und kochten mit, auch wenn wir gern mehr getan hätten. Fragen, die uns übrigens die gesamten 16 Tage begleiteten waren: Wer benötigt wie viel? Reicht das aus was wir tun? Wo beginnt und endet Hilfe und was bedarf Selbstverantwortung? Antworten darauf bekamen wir in der Deutschen Botschaft vom ständigen Vertreter Ullrich Kinne, während unseres Termins bei ihm, nur bedingt.
Ein Treffen mit dem ehemaligen „DDR-Kind“ Monika Nambelela, die bis 1990 in Zehna/ Mecklenburg-Vorpommern gelebt hat und nun als Journalistin in Windhoek arbeitet, lies uns etwas hinter die politischen, geschichtlichen und kulturellen Kulissen schauen, aus Sicht einer Bürgerin. Eine stolze Frau mit unglaublich viel Kraft und Mut zum Protest, gleichzeitig jedoch auch riesiger Verbundenheit zu ihren unterdrückten Landsleuten.
Neben praktischen Programmteilen setzten wir uns als Fachkräfte auch mit theoretischen Aspekten auseinander. Während eines Workshops im Goethe-Institut, geleitet von Christian Mahnke, thematisierten wir Kolonialismus, Postkolonialismus und Genozid, Themen welche in Deutschland viel zu wenig Beachtung finden trotz, dass sie ein Teil unserer Vergangenheit und aktuell wieder präsenter sind denn je.

Nach einer Woche Windhoek verließen wir die Hauptstadt in Richtung Norden. Nach ca. 750 Kilometern und 10 Stunden Fahrt, kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang in Kapepos Heimatdorf „Omatunda“ im Ovamboland an. Für die nächsten drei Tage war „Afrika – Deluxe“ angesagt: Strom, Wasser, W-Lan – Nein, Danke und wohl unmöglich so in einem Reisebüro zu buchen. Einmal mehr gilt ein großer Dank an Kapepo für das Mitnehmen in diese offene Dorfgemeinschaft und Kultur. Jetzt übernahmen wir die Rolle der Exoten. Das war gewöhnungsbedürftig. Doch die Offenheit der Einwohner machte uns das Ankommen leicht. Klimatische Bedingungen von täglich fast 40 Grad Celsius ohne Schatten, Miniskorpione im Schlafbereich oder Relaxen am Sonntag auf „Oshivambo Art“ brachten den ein oder anderen von uns zumindest kurz an seine Grenzen. Spätestens durch das Lagerfeuer, den Sternenhimmel und den unglaublichen Mond am Abend waren diese Schwierigkeiten wieder wie vergessen. Am Montag konnten wir einen Eindruck von der medizinischen Versorgung im 10 Kilometer entfernten Krankenhaus gewinnen. Erschreckend war dabei nicht was wir im Gebäude sahen sondern was 50 Meter davor ablief: ca. 70 schwangere Frauen zelteten direkt vor dem Krankenhaus. Damit sie in der Schwangerschaft und währen der Geburt gut begleitet werden, nahmen die Frauen bereits während des dritten bis vierten Schwangerschaftsmonats einen Fußweg von bis zu 100 Kilometern auf sich, um von den Dörfern in das nächst gelegene Krankenhaus zu gelangen. Sanitäranlagen, Hygiene oder Versorgung, gar ein Sonnenschutz – Fehlanzeige.

Mit einer Übernachtung in Tsumeb ging es für unsere Gruppe vorbei am Bergmassiv und den vielen Uranminen über Omaruru nach Swakopmund. Auf dieser Strecke wurde noch einmal deutlich, was für ein riesen Land Namibia ist, mit unterschiedlichsten klimatischen und botanischen Facetten. Gerade baulich und touristisch erinnerte uns diese Region sehr an Deutschland und Europa.
Dass es in Swakopmund eine Art Katutura gibt, war auf den ersten Blick nicht zu erahnen. Während unseres Aufenthalts lernten wir Anja Rohwer kennen, die ähnlich wie Kapepo eine Suppenküche koordiniert und zusätzlich ein Kindergarten- und Frauenprojekt anbietet. Beeindruckend, was die Menschen auch hier unter erschwerten Bedingungen auf die Beine gestellt haben. Erneut konnten wir feststellen, dass Kinder überall auf der Welt voller Lebensfreude sind. Bei einem Vergleich mit Deutschland stellt man sich jedoch die Frage: „Sind die deutschen Kinder nicht schon kleine Erwachsene und von Regeln und Geboten so eingeschränkt, das sie weniger Lebensfreude haben als Beispielsweise in Namibia, trotz besserer Lebensqualität?“

Am Tag Nr. 15 ging es noch einmal zurück nach Windhoek, denn es galt Abschied zu nehmen von Kapepo und der Suppenküchencrew. Ein letztes Gespräch, ein letztes gemeinschaftliches Lachen und eine letzte herzliche Umarmung – „Time to say goodbye“, bis es am Tag darauf zurück in die Heimat ging.
Kaum jemand von uns war je in seinen Reisen so persönlich und emotional in die Kultur eines Landes eingebunden. Jeder nimmt aus den Erfahrungen dieser Fachkräftereise vor allem für seine Arbeit aber auch für sein Privatleben etwas mit, vor allem Dankbarkeit. Wir erlebten 16 Tage voller Kontroversen – Armut gegen Reichtum, Trauer gegen Lachen oder Korruption gegen Alltagshelden wie Monika, Anja und Kapepo, die dem Land Hoffnung geben. Jede Form der Hilfe kann nur ein Tropfen in der Wüste sein, wenn sie nicht Hilfe zur Selbsthilfe ist. Nur Bildung kann den Lauf der Dinge verändern, diese jedoch kostet. Wir haben uns mit der namibischen Kultur, den dort lebenden Menschen und deren Lebensumstände aus sozialpädagogischer Sicht auseinander gesetzt, welche jedoch nicht zwingend und auf den ersten Blick die schönsten Seiten dieses tollen Landes widerspiegelt.
Einen besonderer Dank geht an Sebastian Umbach für die Organisation, die starken Nerven und die Geduld, an alle Gruppenteilnehmer, die stets eine Einheit waren, sowie an unseren Bruder Samuel Kapepo, der uns mit in seine Welt genommen hat!
“YOU CALL IT AFRICA, WE CALL IT HOME!”

Das Fachkräfteprogramm wurde unterstützt vom Bundesfamilienministerium, der Deutsch – Namibischen Gesellschaft und in Vorbereitung von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.
Sie möchten das Projekt Suppenküche in Namibia unterstützen? Jede Spende hilft und ist willkommen. Spendenkonto,
IBAN: DE43 1203 0000 1020 2020 97 (Gern stellen wir auf Wunsch Spendenquittungen aus.) Herzlichen Dank

Ein Projekt von Kultur, Bildung und Freizeit e.V.
www.cafe-am-heizhaus.de

veröffentlicht am: 18. Januar 2017

VORHABEN: Sozialarbeiter aus dem Harz machen sich Bild von Projekt in Namibia.

VON INGO KUGENBUCH / ILSENBURG/MZ

In Katutura ist die Hoffnungslosigkeit fast mit Händen zu greifen. Schon am Mittag sitzen Männer in einer Wellblechhütte um ein großes Kunststofffass herum. Mit glasigen Augen lassen sie 1-Liter-Plastikbecher mit Oshikundu, einem billigen, aus Hirse gebrauten bierähnlichen Getränk, kreisen. Aus einer anderen Hütte dringt laute Musik nach draußen.
Im Halbdunkel bewegen sich Frauen mit kleinen Kindern auf dem Arm – halb tanzend, halb torkelnd. Auch sie sind mittags schon betrunken. Katutura ist das ehemalige Township der namibischen Hauptstadt Windhoek. Fast 50 000 Menschen leben hier in einem Meer aus Wellblechhütten. Manchmal, erzählt Samuel Kapepo, findet man in all dem Unrat eine Plastiktüte, die sich bewegt. Dann wollte mal wieder jemand sein Baby loswerden.
Der Name Katutura stammt aus der Sprache der Herero und bedeutet so viel wie „der Ort, an dem wir nicht leben möchten“. Hoffnungslosigkeit und Elend haben sich in weiten Teilen Katuturas eingenistet wie böse Geister. Doch zwischen Staub und Hitze und Lärm und Dreck gibt es auch Menschen wie Samuel Kapepo. Kapepo, der aussieht wie ein schwarzer Macho mit dicker Kette und ständig einem Streichholz zwischen den Lippen, stammt aus dem Ovamboland an der Grenze nach Angola. Geht man mit ihm über die staubigen Pfade, winken ihm viele Menschen zu. Er ist bekannt hier, viele haben ihn im Fernsehen gesehen. Kapepo betreibt mit einem guten Dutzend Mitstreitern eine Suppenküche, wo es für bedürftige Kinder mehrmals in der Woche 200 warme Mittagessen gibt. Dafür hat er den Namibia Youth Award 2016 gewonnen. Unterstützung bekommt Kapepo bei seiner Arbeit aus dem Harz. „Wir begleiten das Suppenküchenprojekt seit 2007“, sagt Sebastian Umbach. Er ist Jugendsozialarbeiter in Ilsenburg und im Verein „Kultur, Bildung und Freizeit – Café am Heizhaus“ engagiert. Dieser schickt nicht nur regelmäßig Spenden – inzwischen an die 10 000 Euro – nach Katutura, sondern engagiert sich auch selbst in der Suppenküche. 2008 und 2014 besuchte Umbach mit Jugendlichen Namibia, zweimal waren die Partner aus Windhoek im Harz. Umbach selbst fliegt fast jedes Jahr nach Afrika. „Kapepo leistet wichtige Arbeit“, sagt Umbach. „Er macht Drogen-, Alkohol- und Aids-Prävention und kümmert sich um die Freizeitgestaltung der Kinder.“
Jetzt wird ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit zwischen den Harzern und Kapepo aufgeschlagen: Umbach fliegt am Freitag mit sechs anderen Jugendsozialarbeitern aus dem Landkreis nach Windhoek. „Internationale Jugendarbeit ist Teil unseres Berufs“, sagt er. Und wo könnte man die besser trainieren als in Katutura? „Meine Kollegen nehmen die Erfahrungen, die sie hier sammeln, mit in ihren Job zuhause.“ Und auf der anderen Seite lernt Kapepos Team von den Deutschen, wie diese arbeiten – Straßenfeste organisieren oder Freizeitangebote für Kinder schaffen. Die Jugendsozialarbeiter nehmen dafür Urlaub und zahlen jeder 1 100 Euro für die Reise. Den Rest der Kosten übernehmen der Bund, die Deutsch-Namibische Gesellschaft und Brot für die Welt. Auf ihrer Reise werden die Harzer zunächst das Suppenküchenprojekt unter die Lupe nehmen. „Wir werden dort nach einem gemeinsamen Großeinkauf mit dem Team für die Kinder kochen“, sagt Umbach. Aber auch ein Besuch beim deutschen Botschafter oder einer Parlamentsabgeordneten, die ihre Kindheit in der DDR verbracht hat, stehen auf dem Programm. Am 12. November reisen die Deutschen mit Kapepo in dessen Heimatdorf. Drei Nächte schlafen sie bei glühender Hitze in einer Hütte. „Dort gibt es keine Straßen, kein fließendes Wasser, keinen Strom“, sagt Umbach. Und keine Toilette. Wer aufs Klo muss, muss mit einem Spaten losziehen. Hilft das den Jugendsozialarbeitern bei ihrer Arbeit im Harz? „Ich denke schon“, sagt Umbach. So müssten sie sich unmittelbar fragen: Was heißt Armut? Was bedeutet Verlust von allen Möglichkeiten der Zivilisation? „Es ist ein Unterschied, darüber zu lesen, oder es selbst zuerleben“, sagt Umbach. Dann geht es weiter nach Swakopmund, einer sehr von der deutschen Kolonialzeit geprägten Stadt an der Küste. Auch hier schauen sich die Harzer Projekte in einem ehemaligen Township um. Nach zwei Nächten dort reist die Gruppe zurück nach Windhoek. Von dort aus startet das Flugzeug wieder in Richtung Norden – mit sieben Harzern und jeder Menge Eindrücke und Erfahrungen an Bord.

veröffentlicht am: 3. November 2016
11.09.2016 @ 13:00

III. Seifenkistenrennen

veröffentlicht am: 3. August 2016

SOMMERPAUSE 2016

Lieber Besucher_in, wir gehen verdient in die Sommerpause. Ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2016 liegt hinter uns. Wir melden uns zurück, mit den 3. Seifenkisten-Cross-Rennen, am 11.9.2016 in der Marienhöferstr. in Ilsenburg!         :-)

Wir wünschen Euch einen schönen Sommer!

LG, das Team vom Cafe am Heizhaus in Ilsenburg

veröffentlicht am: 24. Juni 2016
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