Namibia und Deutschland

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Mit dem Land verbindet nicht jede/r Deutsche eine gemeinsame Geschichte. Schaut man aber in die vergangenen 100 Jahre zurück ändert sich diese Anschauung erheblich.
Das Kaiserliche Deutschland besetzte Namibia widerrechtlich und beutet das koloniale Deutsch-Südwest erheblich aus. Deutsche Kolonialisten besiedelten rechtswidrig Weiden und Ackerflächen der einheimischen Ethnien und verbreiteten die Deutsche Kultur und Sprache so nachhaltig, dass diese noch heute im ganzen Land präsent ist und die Namibische Kultur mit prägt. Reduzierend aus der kolonialen Besetzung Namibias durch das deutsche Kaiserreich und dem Völkermord an der Gruppe der Herero, durch deutsche Soldaten vor dem ersten Weltkrieg, entstanden vor wenigen Jahren aktuellen Forderung zur Entschädigung. Namibia hatte aber auch in der modernen Geschichte einen starken Bezug zu Deutschland, zur DDR, welche die SWAPO (South West Afrika People´s Organisation / Namibias Befreiungsbewegung und heutige Regierungspartei) im Unabhängig- keitskampf unterstützte. Auf der einen Seite wurde der Befreiungskampf mit militärischen Mitteln unterstützt aber auch mit humanitärer Hilfe.

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So nahm die DDR ab Mitte der 70ziger Jahre mehrere Hundert Kinder zum Schutz auf und versandte z.B. deutsche Lehrkräfte in Flüchtlingskamps nach Angola. Die so genannten DDR-Kinder mussten nach der Wiedervereinigung Deutschlands zurück in ihr Heimatland das viele im Kleinkindalter verlassen hatten. Nach mehr als 10 Jahren identifizierten sie sich mehr mit Deutschland als Namibia und viele hatten kaum noch einen Bezug zur eigenen Sprache, Kultur und Familie. So zieht sich ein roter Faden durch die Geschichte der beiden Länder.

Aktueller politischer Bezug

Der G8 Gipfel in Heiligendamm ist immer noch in der Diskussion, vor allem die gesteckten Ziele und die wirklich zustande gekommenen Vereinbarungen. Was passiert mit dem Schuldenerlass vieler vor allem Afrikanischer Länder und die Aufstockung der Mittel zur AIDS Bekämpfung?
Was heißt das konkret und wo besteht der Bezug zu unserem alltäglichen Leben?
Junge Menschen wissen diese Schlagwörter oft nicht richtig einzuordnen und können den Blick im Weitwinkel auf eine moderne globalisierte Welt oft nicht herstellen. Zu weit weg! Was geht mich das an? – ist eine häufige Aussage Jugendlicher.
Wir wollen mit dem Projekt helfen diesen Aussagen einen wirklichen Inhalt zu verleihen und Fragen zu beantworten, die nur im direkten Kontakt mit Betroffenen zu beantworten sind und durch eigenes Erleben und Sehen.
Jugendlichen soll einen detaillierten Einblick in eine afrikanische Gesellschaft geboten werden die durch eine gemeinsame Geschichte einen Bezug herstellt, der ihnen verdeutlicht, dass Afrika uns etwas angeht. Durch die Etablierung der deutschen Kultur und Sprachen kann Namibia jungen Deutschen den Zugang erleichtert.
Zentrale Fragen, die Auswirkungen auch auf die westliche industrialisierte Welt haben, sollen beantwortet werden:
Was bedeutet es in einer Gesellschaft zu leben in der eine Generation fast 20 % HIV Infizierte aufweist? Wie kann man mit einem Jahreseinkommen von 800 € eine mehrköpfige Familie ernähren und wie lebt es sich in einer Gesellschaft in der weltweit der größte Unterschied zwischen arm und reich sich auf schwarz und weiß verteilt – wie ertragen sich Spätfolgen der Apartheid und wie kann aus so einem Land mit so vielen ethnischen Minderheiten eine geschlossen Gesellschaft werden? Wie lebt es sich am äußersten Rand der Globalen Entwicklung?

Wichtige Schwerpunkte in dem Projekt sind:

  • Kennen lernen anderer Lebenswelten
  • geschichtliche Prozesse erfahren
  • Auseinandersetzung mit Rassismus und Apartheid
  • Reflektion der eigenen westlichen Identität
  • Globale Entwicklungen und Prozesse erkennen
  • Interkultureller Austausch / Interkulturelles lernen
  • Nachhaltiges Arbeiten / Dokumentation

Ziel soll sein sich der eigenen politischen und humanitären Handlungs- fähigkeiten bewusst zu werden und die Erkenntnis zu erlangen, dass alles was auf der Welt geschieht, ob nah oder fern, uns direkt oder indirekt, betrifft. Das Projekt ist präventiv, pädagogisch, im Bereich der Jugendbildung konzipiert und mit einem gewichtigen Anteil an nachhaltiger Arbeit ausgelegt.
Es soll insbesondere der Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen mit langfristigen Wirkungseffekten dienen.

Haben Sie Fragen zu unserem Projekt, benötigen Sie weitere Informationen? dann benutzen Sie bitte das Kontaktformular auf unserer Webseite…

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veröffentlicht am: 7. September 2008
 
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